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Dénia
Drei Viertel aller Neubauanträge seit Juni 2015 "in der Pipeline"
Gegen den Vorwurf des Stillstands bei den Baugenehmigungen in Dénia hat sich jetzt die zuständige Stadträtin Maria Josep Ripoll verwahrt: Gegenüber Juni 2011 bis September 2013 seien die sogenannten "grossen Bauanträge" zwischen Juni 2015 bis September 2017 um 80 % auf 250 gestiegen, die "kleinen" Bauanträge um 45 % auf gut 2.600. Von Juli bis September 2017, also seit der Annullierung des Übergangs-Flächennutzungsplanes RUT, stehen 30 grosse und 330 kleine Bauanträge im Ayuntamiento von Dénia zu Buche. Diese Daten stellte die Stadt den Oppositionsparteien auf deren im September gestellten Antrag jetzt zur Verfügung
Ripoll ergänzte, dass knapp drei Viertel der seit Juni 2015 gestellten grossen Bauanträge in der Verwaltung liegen, aufgrund von "Defiziten bei der eingereichten Dokumentation". Jetzt erwäge das Ayuntamiento die Einstellung einer Firma oder eines "colegio profesional" für eine Vorabprüfung der Dokumentation, damit die Anträge korrekt ins Rathaus kommen und schneller behandelt werden können.

Kurz angemerkt:
Klingt bekannt. Beileibe nicht das erste Mal, dass die Stadtführung von Dénia, einer der selbst ernannten Fiesta-Hauptstädte von Europa, in den letzten Jahrzehnten vor ihren Angestellten in die Knie geht. Vor etlichen Jahren scheiterte eine Initiative krachend, städtische Angestellte, die über eine konkrete Anzahl von Tagen hinaus -ohne ärztlichen Nachweis- krank feierten, von "leistungsbezogenen" BONUSzahlungen auszunehmen. Null Chance. Und jetzt soll für die ureigentliche Arbeit des Bauamtes von Dénia, dem seit Jahren der Ruf rekordverdächtiger Ineffizienz vorauseilt, eine externe Firma bemüht werden! Ob deren Tätigkeit dann von den Antragstellern oder vom Rathaus zu bezahlen wäre, muss sich weisen.
Oder verhält es sich ganz anders? Weil die Politik -sowohl "rechts" als auch "links"- seit Jahrzehnten keine klare Linie in die städtischen Bebauungs- und Planungsrichtlinien bekommt, kapitulieren die -vielleicht auch zu wenigen?- Bauamtsangestellten "auf ihre Weise" vor dem unappetitlichen Bebauungs-Hin-und-Her in der Kreisstadt der Marina Alta?
Wie dem auch sei: Das Fazit, dass der Vorwurf des städtebaulichen Stillstandes nicht greife, mit dem Bekenntnis zu belegen, dass drei von vier seit Juni 2015 gestellten Neubauanträgen im Ayuntamiento von Dénia mehr oder weniger auf Eis liegen, hat einiges von einem Eigentor, bestärkt eher den gemachten Vorwurf, als ihn zu belegen. Dies allerdings ohne, dass damit die Schuldfrage geklärt wäre, denn die ist sicherlich längerfristig zu suchen als nur in der seit Mai 2015 laufenden Legislaturperiode.
Carl-Georg Boge




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