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Land Valencia / Spanien
Ex-PP-Minister und "Ladesvater" Zaplana unter Betrugsverdacht verhaftet
22.05.2018
In einer erneuten Polizeiaktion gegen die Protagonisten der korrupten Jahrzehnte der Partido Popular in der Comunitat Valenciana ist am heutigen Dienstag Morgen, 22. Mai 2018, der ehemalige valencianische Ministerpräsident (1995-2002) und Minister der spanischen Bundesregierung, Eduardo Zaplana, unter dem Verdacht von Geldwäsche, Amtsmissbrauch und Veruntreuung öffentlicher Gelder verhaftet worden. Bis zu zehn Personen wurden bisher im Rahmen der Operation "Erial" verhaftet, darunter der Vertreter der späteren Pleitebank CAM im Pleite-Themenpark Terra Mítica, einem schwarzen Loch für Abermillionen öffentlicher Gelder und Selbstbediendungsladen von PP-Politikern und Kumpanen, gleichzeitig Finanzberater von Zaplana.
Unter den jetzt Verhaftet befindet sich auch einer Cotino-Brüder, der bereits illegale Zahlungen im "Gürtel"-Skandal an die PP zugegeben hatte und mit dem Zaplana-Nachfolger an der Spitze der Generalitat Valenciana, José Luis Olivas, wegen Rechnungsfälschung zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war.
Bereits Zaplanas Start in die regionale Politik Anfang der 90er Jahre liess ahnen, wohin die von den Wählern des Landes Valencia mehrere Male mit absoluten Mehrheiten belohnte Reise der Partido Popular in die Korruption und Vetternwirtschaft gehen würde: Nach knapp verlorener Kommunalwahl kaufte die Zaplana -PP ein Jahr nach der Wahl eine Abgeordnete aus der PSOE (auch ihr Mann wurde mit einem -relativ arbeitsfreien- Job bedacht) für ein Misstrauensvotum aus ihrer Partei heraus. Von Benidorm aus startete Zaplana seinen politischen Siegeszug über Valencia und Madrid, von wo aus er nach Ausscheiden als Sprecher der PP-Bundestagsfraktion postwendend für ein millionenschweres Beratersalär bei Telefónica anheuerte.
Carl-Georg Boge




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