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Teulada-Moraira
Teuladas Nachwuchskicker liessen´s krachen: Schub für Corona
17.12.2020
Für einen Corona-Ausbruch mit mindestens 15 neuen Covid-Ansteckungen sorgte am ersten Dezember-Wochenende in Teulada eine Feier junger Fussballer aus Teulada und Benissa, eines jener sozialen Treffen, von denen seit Ausbruch der zweiten Corona-Welle dringend abgeraten wird. Zig Sportler und Menschen aus deren Umfeld mussten sich testen lassen und in die Quarantäne. Der "brote" war einer der bedeutendsten in der Marina Alta seit Ausbruch der Pandemie. Das Rathaus von Benissa setzte als Vorsichtsmassnahme das Training der Mannschaften der städtischen Fussballschule aus.
Rosa Vila (Compromís), seit den letzten Kommunalwahlen Bürgermeisterin von Teulada Moraira, appellierte angesichts des grossen Covid-Ausbruchs in ihrer Gemeinde an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger, ohne das eine erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie nicht möglich sei.

Kurz angemerkt:
WOCHENPOST und costa-info.de fragten am heutigen Donnerstag, 17. Dezember 2020, das Bürgermeisteramt, ob es bestätigen könne, dass bei dieser fatalen Fussballer-Feier auch einer oder zwei der durch die neue Rathausspitze ins Amt berufenen Koordinatoren des Jugend-Fussballs anwesend waren. Und, wenn ja, ob dieser Umstand politische Verantwortung des städtischen Sportamtes an diesem Corona-Ausbruch begründe.
Die Antwort der Bürgermeisterin von Teulada Moraira: "Das Land Valencia hat zwischen dem vergangenen Freitag und gestern 15 Covid-Ansteckungen aus einem sozialen Event bestätigt. Der Ausbruch von Teulada wird von der Landes-Gesundheitsverwaltung Sanidad kontrolliert, uns keine Beteiligten oder weiter zu treffende Massnahmen mitgeteilt. Die städtische Sportschule ist nicht geschlossen worden, was wir schon mit dem geringsten Anzeichen getan hätten, wenn wir es von Sanidad gemeldet bekommen hätten. In Benissa wurde der Trainingsbetrieb unterbrochen, weil es eine entsprechende Anweisung von Sanidad gegeben hat. Es ist dem Rathaus von Teulada Moraira wichtig, mit dieser Frage verantwortungsvoll umzugehen, aber ohne unnötig zu alarmieren".

Dass Teuladas Bürgermeisterin Vila nicht geradeheraus antworten kann "Den oder die werfen wir ´raus, wenn sich diese Vorwürfe bestätigen sollten", ist eines. Es aber bei wohlklingenden Appellen an die individuelle Verantwortung zu belassen, etwas anderes. Da geht die politische Zuständigkeit meiner Meinung nach weiter, betrifft natürlich auch das Verhalten von Personal, dem man die Betreuung z. B. der Fussballkinder übertragen hat. Das sind Vorgänge, die auch nicht sofort coram público vonstatten gehen müssen; die Zeit wird zeigen, ob die Bürgermeisterin ihrer Verantwortung über wohlfeile Appelle hinaus gerecht wird. Theoretisch ist Vila jedenfalls jetzt unter Zugzwang: Das Rathaus, und nicht nur die Landes-Gesundheitsverwaltung, sollte den Vorfall und die Beteiligung daran aufklären. Und gegebenenfalls ihre Leute entlasten. Wenn aber Menschen an diesem unseeligen Covid-Treiber-Event (die letztlich uns allen die Navidad vermiesen) beteiligt waren, die auf Grund ihrer Funktion dort noch weniger zu suchen hatten als die Horde junger Knallköppe, dann sollte dies Konsequenzen haben. Sonst laufen gutgemeinte Appelle an die individuelle Verantwortung Gefahr, ins Bla-Bla-Land eingeordnet zu werden.

Carl-Georg Boge, Hsg. WOCHENPOST und costa-info.de




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